Die Sache mit dem Laufstall

Die Sache mit dem Laufstall

Wieso der Laufstall komfortabel für Eltern und für die Entwicklung von Kleinkindern hinderlich ist.

Keine Frage, es ist für Eltern sehr bequem, wenn sie ihr zunehmend mobiler werdendes Kind einfach in den Laufstall setzen können. Aus psychagogischem Standpunkt halte ich es für nicht ratsam. Zahlreiche Studien belegen, dass sich die intellektuellen Fähigkeiten deutlich besser entwickeln, wenn der Kabbler viel Bewegungsfreiheit, somit größeren Entdeckungsraum und damit mehr Lernmöglichkeiten hat.

Babys und Kleinkinder haben eine natürliche Neugier und Entdeckerfreude, die mit eingeschränkter Beweglichkeit verringert und entmutigt wird, denn viele wichtige Lernerfahrungen haben mit spontaner Beweglichkeit des Säuglings zu tun. Durch Bewegungsfreiheit kann das Baby mit vielfältigen Dimensionen und Wahrnehmungsreizen experimentieren wie räumliche Wahrnehmung, Entfernung, Geschwindigkeit und Zeit. Es kann sich zum Balkon- oder Terrassenfenster hinbewegen, wo es hinausschauen kann, es bemerkt, wie Töne des Radios oder die Stimme der Mama lauter oder leiser werden je nach Entfernung, oder Möbel aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

Die Voraussetzung ist eine vorbereitete Umgebung. Das bedeutet, dass der Raum so sicher gestaltet ist, dass das Kind seinem natürlichem Entdeckerbedürfnis nachgehen kann, ohne sich selbst oder Gegenstände versehentlich zu beschädigen. Hierfür kannst Du Schränke und Kommoden abschliessen oder Entdecker-Schubladen kindgerecht gestalten. Dabei muss es sich nicht um  Kinderspielsachen handeln, oftmals sind die Haushaltsgegenstände viel interessanter und auch relevanter.

Bedenke dabei, dass das Kleinkind dich nicht ärgern möchte, wenn es anfängt die Blumenerde zu untersuchen und die Blätter Deiner Wohnzimmerpflanze zu rupfen, es untersucht und forscht. Wenn du das nicht möchtest, stelle die Pflanze an einen fürs Kind unzugänglichen Ort. Oder ziehe einen alten Nylonstrumpf über den Topf, sieht zwar nicht hübsch aus, erfüllt aber seinen Zweck. 

MEIN FAZIT: Kinderställe können die intellektuelle Entwicklung beeinträchtigen, weil spontane Bewegungs- und Entdeckermöglichkeiten und somit wertvolle Lernerfahrungen eingeschränkt werden. Wir können von unseren kleinen nicht erwarten, dass sie sich in dieser frühen Entwicklungsphase an unsere Erwachsenenbedürfnisse anpassen. Wir können es uns leicht machen, in dem wir das Kind im Laufstall begrenzen oder eine Umgebung schaffen, in der es sich bedürfnisorientiert entwickeln darf. Eine kinderfreundliche Umgebung bedeutet eine Umgebung schaffen, in der wir nicht ständig „NEIN“ sagen müssen, sondern die spielerisch und sicher erforscht werden kann.

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Was uns prägt und wie wir werden wer wir sind

Was uns prägt und wie wir werden wer wir sind

 

 Merkmale Entwicklung

  • Geschieht im Laufe des Lebens (Merkmal Zeit)
  • In dieser Zeit laufen Veränderungen im Erleben und Verhalten (Merkmal der Veränderung)
  • Diese Veränderungen stehen untereinander im Zusammenhang (Merkmal der untereinander zusammenhängenden Veränderungen)
  • Diese Veränderungen sind auf ein Ziel hingerichtet (Merkmal der Zielorientierung)
  • Veränderungen treten in einer bestimmten Reihenfolge auf, die nicht umkehrbar ist (Merkmal der logischen Reihenfolge)

 

Entwicklungsbedingungen

Genetische Faktoren: Programm der Entwicklung, bei Befruchtung festgelegt – Schädigung (Alkohol, Zigaretten, Medikamente, Stress, Mangel an Nährstoffen, Umweltgifte, Schwermetalle und sonstige Schadstoffe) hemmt Entwicklungsprozesse

Umwelt (natürliche, kulturelle, ökonomische und soziale): Heute weiß man, das die Umwelt eine gesunde Entwicklung ermöglicht bzw. Entwicklungsstörungen hervorruft. Es handelt sich um Bedingungen, die unter anderem dafür sorgen, ob sich Erbanlagen eher gut oder schlecht entfalten können. Umwelteinflüsse (alle direkten und indirekten von der Befruchtung der Eizelle bis zum Tod) stellen daher den Schrittmacher für Entwicklung. Wir wählen unsere Umgebung (Freunde, Lebensraum, etc.) bewusst oder unbewusst. Im Volksmund heißt es „Du bist die Summe der 5 Menschen mit denen Du die meiste Zeit verbringst!“

Selbststeuerung: Hat große Bedeutung denn sie kann Wirkung von Umwelt und Genetik verstärken oder hemmen. Menschen setzen sich Ziele, verfolgen diese und werden selbst zum Gestalter ihrer Entwicklung und erziehen sich selbst. Unsere Entscheidungen bestimmen zum großen Teil wer wir sind.

Die Veränderungen eines Teils führen zu Veränderungen eines anderen Teils!!!

Kritische und sensible Phasen der Entwicklung

Sensible und kritische Phasen werden Zeiten genannt, in denen das Kind eine besondere Sensibilität zum Erwerb bestimmter Fähigkeiten zeigt. In diesen Phasen lernt das Kind besonders intensiv und motiviert. Zum Beispiel ist in der ersten sensiblen Phase (ca. 0-6 Jahre) der Erwerb von Bewegungsabläufen, motorischen Fähigkeiten und das Lernen und verfestigen der Sprache zu erkennen.

 kritische Phase 

meint einen bestimmten Zeitraum in der Entwicklung eines Lebewesens, in welchem bestimmte Verhaltensweisen dauerhaft festgelegt und außerhalb dieses Zeitfensters nicht mehr geändert werden können.

  • Embryonale Entwicklung (Organe, Gliedmaßen, Nervensystem)
  • Die ersten Lebensjahre stellen also eine kritische Phase für die Grundlegung der zwischenmenschlichen Bindungsfähigkeit, als Basis für den gesamten Lern- und Anpassungsprozeß dar.
  • Kritische Phase für das Erlernen der Sprache liegt in den ersten zwölf Lebensjahren

 sensible Phase

meint einen bestimmten Zeitraum in der Entwicklung, in welchem das Lebewesen, für den Erwerb von bestimmten Verhaltensweisen besonders empfänglich ist. Der Organismus ist optimal vorbereitet etwas Bestimmtes zu lernen. Außerhalb dieser Zeitfenster ist es möglich, bis zu einem gewissen Grad Versäumnisse zu beeinflussen.

  • Zeit der Reinlichkeitserziehung beeinflusst nachhaltig die Einstellung zum eigenen Körper. Je nach Verlauf können unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale geprägt werden
  • Das zweite und dritte Lebensjahr (Autonomiealter, im Volksmund „Trotzalter“ genannt) kann als sensible Phase für Selbständigkeit und Autonomie gelten.
  • Aus der Sicht der Psychoanalyse stellt das vierte und fünfte Lebensjahr eine sensible Phase dar, in der die Einstellung des Kindes zur Sexualität nachhaltig beeinflußt wird.
  • Zeitfenster für Entfaltung bestimmter Begabungen (Intelligenz, Lernfähigkeit, Musikalität, Ordnung, Zahlen und Buchstaben etc.

Hindernisse und ihre Folgen in der sensiblen Phase

Wenn etwas das Kind daran hindert eine bestimmte Fähigkeit zu erlernen, führt dies zu Wutausbrüchen und Frustrationen, diese werden von Erwachsenen „Launen“ genannt. Kind wird launisch bzw. frustriert weil ein Bedürfnis nicht befriedigt wurde (Erlernen von etwas Bestimmten).
Inneres des Kindes fordert etwas und setzt sich zu Wehr, das Kind wird missmutig > kann unter bestimmten Bedingungen zu seelischen Störungen führen.

Rolle des Erziehenden „Hilf mir es selbst zu tun“

  • Erziehungsperson stellt Materialien bereit
  • Bestärkt das Kind
  • Fordert auf und erklärt
  • Unterbricht es nicht im Tun (auch nicht mit Lob!)
  • Verbalisiert Gefühle des Kindes
  • Hält sich zurück und hilft geduldig, Dinge selbst zu tun
  • Gibt angemessene Entscheidungsspielräume
  • u.v.m.

Die frühe Kindheit wird als eine besonders sensible und verletzliche Phase angesehen, in der ungünstige Erfahrungen traumatisch wirken und nachwirken. Das ist damit zu erklären, dass das logische Denken und Schlussfolgern bei Kindern im Alter von 0-6 Jahren, noch nicht ausreichend entwickelt ist. Somit wandert jede Erfahrung die gemacht wird, unreflektiert in den Lernspeicher. Besonders tragisch wirken sich seelische Verletzungen in der vorsprachlichen Zeit aus, da diese auch später nicht verbalisiert werden können.

Der Organismus hat ein natürliches biologische Programm, um sich von derartigen Verletzungen und den vielen unvermeidlichen Frustration in der Entwicklung, zu entlasten. Dies geschieht vor allem, unter anderem durch weinen, zittern, schwitzen und gähnen. Weinen ist demnach ein Entlastungsmechanismus und sollte von Eltern und Lernbegleitern, entsprechend unterstützt und begleitet werden.

Hast Du Fragen und Anmerkungen? Schreibe mir gerne eine Nachricht oder in die Kommentare.

Möge die Ent-wicklung mit Dir sein 😉

Alles Liebe

Anna Beck

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Wann ist eine Persönlichkeit gestört?

Wann ist eine Persönlichkeit gestört?

„Borderline“ zählt zu den Persönlichkeitsstörungen. Doch wann gilt eine Persönlichkeit als gestört?

Wir sprechen von einer Persönlichkeitsstörung wenn Fühlen, Denken und Handeln wenig flexibel sind und dazu führen, dass wir Beeinträchtigungen erfahren und darunter leiden. Borderline ist eine komplexe Angelegenheit und wird im Folgenden vereinfacht wiedergegeben.

Das im ICD 10 gelabelte Störungsbild „Borderline“ zeichnet sich durch eine Instabilität in drei Bereichen aus:

  1. Emotionen 
  2. Beziehungen
  3. Selbstwahrnehmung

1. Auf der emotionalen Ebene zeichnen sich heftige Stimmungsschwankungen, Phasen von tiefen Depressionen, erhöhte Reizbarkeit, grundlose starke Wut, die als schwer kontrollierbar  erlebt wird und in Handgreiflichkeiten enden kann, oder sich gegen sich selbst wendet (z.B. ritzen, verbrennen, Kopf gegen die Wand schlagen). Diese Phasen können mehrere Stunden oder einige Tage andauern. Betroffene erleben sich als Opfer dieser Schwankungen, was zu heftiger innerer Anspannung führen kann und im selbstverletzendem oder riskantem Verhalten (z.B. schnelles Autofahren, wechselnde Sexualpartner, übermäßiges Trinken, Drogenkonsum, etc.) münden kann, um Linderung herbeizuführen.

2.  „Borderlinesymptome“ auf der Beziehungsebene zeichnen sich durch intensive, chaotische und unstete Verbindungen ab. Borderlinebetroffene reagieren in ihren Beziehungen manchmal mit extremer Gleichgültigkeit und dann wieder mit ganz starkem Engagement. Angehörige und Partner erleben dieses oft als widersprüchlichnach dem Motto: „Geh weg und Lass mich in Ruhe“ und gleichzeitig „bleib bei mir, verlass mich nicht“. Die oft vorherrschende Angst vor dem Alleinsein und vor dem Verlassen werden führt zu manipulativem Verhalten, wie z.B. Selbstmordandrohung, welche als Rache oder Strafe für das Gegenüber gemeint ist.

3. Das Selbstbild von Menschen mit Borderlinesymptomen ist schwankend und von Verzerrungen oder auch Selbsthass gekennzeichnet. In den grundlegenden Bereichen wissen sie nicht wer sie sind und was sie ausmacht. Typisch sind chronische Gefühle von Leere, nie gut genug zu sein was in Perfektionismus mündet, sehr impulsives Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen z.B. essen, Geldinvestition oder Partnerschaft. Betroffene haben kaum Kontrolle über einige dieser Bereiche, was oft als quälend erlebt  wird.

An den einzelnen Themenkomplexen kann man erfolgreich ansetzen z.B. Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen bei unkontrollierten Wutausbrüchen. Es gibt Maßnahmen bei Ängsten und für bessere Impulskontrolle sowie Umprogrammierung der Glaubenssätze, um nur einige zu nennen.

Was ich Dir auf dem Weg mitgeben will folgendes:

„Betrachte Persönlichkeitsstörungen nicht als Schicksal, sondern als Aufgabe“

Du kannst in den jeweiligen Bereichen massive Besserung erfahren. Suche Dir einen Coach, Berater oder Therapeuten Deines Vertrauens und lerne Methoden kennen, die Du eigenständig im Alltag üben und anwenden kannst, um Dein schönstes und Bestes Leben zu leben und Dich von einschränkenden Mustern endlich zu befreien.

 

Wenn Du mehr zum Thema erfahren möchtest schreib mir Deine Fragen, ich beantworte sie gerne.

Deine Anna

(Bildungswissenschaften M.A., Sozpäd. B.A. psychologische Therapeutin, Systemische Kinder- und Jugendtherapeutin, Life Coach)

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Aggressionen bei Kindern als Zeichen von Hilflosigkeit

Aggressionen bei Kindern als Zeichen von Hilflosigkeit

Aggressionen gehören zum Leben dazu und wir müssen lernen wie man mit Frust und Wut auf eine erträgliche Art und Weise umgeht.

Wir reagieren oft aus Hilflosigkeit, aggressiv und es lässt sich nicht leugnen, dass eine deutliche Zunahme von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen festzustellen ist. Diese Zunahme an Gewalttaten hat damit zu tun, dass immer weniger Kinder lernen, wie man mit der eigenen Wut gut umgehen kann und wie die eigentlich, dahinterliegende Hilflosigkeit überwunden werden kann.

Das soziale Umfeld ist hier der entscheidende Faktor. Leider ist es so, dass in vielen Familien die Erziehung von Fernsehen und Computerspielen übernommen wird und so wenig Zeit für das Übermitteln von Strategien zur Wutbewältigung bleibt. TV und Co. vermittelt zunehmend die Strategien, dass Gewalt ein normaler Lösungsweg ist und wer nett ist verliert.

 

Ein weiteres Problem stellt ein überhöhtes Harmoniebedürfnis der Eltern dar, indem scheinbar negative Gefühle keinen Platz haben dürfen. Aussagen und Glaubenssätze wie „nur Babys weinen“, unterdrücken auf Dauer die natürlichen Mechanismen, die zur Entlastung (weinen, wüten, zittern, schreien, schwitzen, lachen, gähnen) von unangenehmen Erlebnissen führen. Unterdrücktes Weinen und wüten, führt dann nicht zur Heilung und Lösung, sondern zu einer Anhäufung von negativen Erfahrungen die im Körper gespeichert werden.

Hinter aggressivem  Verhalten, stehen angehäufte und unterdrückte Gefühle von Wut, Frust, Hilflosigkeit, Ängsten, Trauer, die nicht zum Zeitpunkt ihrer Entstehung entlastet werden konnten.

Sollte das Kind mal nicht „brav“ sein und stattdessen wütend um sich schreien, wird schnell an „Störung“ gedacht – keine Sorge das ist in der Regel nicht der Fall, sondern eine natürliche Reaktion auf angehäufte Frustration und Hilflosigkeit.

Hilf Deinem Kind dabei, seine Wut angemessen zum Ausdruck bringen zu dürfen.

Manche  Kinder sind sehr schnell wütend, das könnte auf eine überhöhte Leistungserwartung und Druck hindeuten, andere zeigen ihre Wut subtiler und passiv, indem sie den Eltern das Leben schwer machen. Fakt ist, Aggressionen werden meistens dann gezeigt, wenn das Selbstwertgefühl beschädigt wird.          

Sollte Dein Kind längere Zeit sehr aggressives oder selbstverletzendes Verhalten zeigen, nimm Dir viel Zeit für dein Kind und unterstütze es dabei sich angemessen zu entlasten. Natürliche Entlastung und Heilung kann sehr erfolgreich über weinen erfahren werden. Hierzu schreibe ich einen ausführlichen Artikel „Warum weinen wichtig ist.“ und wie Du Dich und Dein Kind beim Heilungsprozess durch Weinen begleiten kannst.

Für den alltäglichen Umgang mit Wut und Aggressionen habe ich ein  Erste-Hilfe-Leitfaden als PDF erstellt, den Du hier gratis downloaden kannst 7 ERSTE-HILFE-Maßnahme bei aggressivem Verhalten

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6 Tipps, um in der Trotzphase Deines Kindes cool zu bleiben

6 Tipps, um in der Trotzphase Deines Kindes cool zu bleiben

Hinter der sogenannte Trotzphase verbirgt sich das Streben nach Autonomie. Das Kind kann und möchte zunehmend mehr selbst tun. 

1. Mehr Zeit für Abläufe einplanen. Dein Kind möchte jetzt vieles selbst tun und strebt nach Autonomie. Ermögliche es Deinem Kind Dinge selbst zu tun und zu entscheiden. Zum Beispiel: lass Deinen Sprössling aus 2 verschiedenen Kleidungsstücken wählen „welches davon möchtest Du heute anziehen?“ oder biete Deinem Kind an Kleidungsstücke selbst anzuziehen. Bleib dabei und leiste bei Bedarf Unterstützung. Du kannst auch einen kleinen Krug Wasser aufstellen damit Dein Kind sich einfach selbst einschenken kann. So erlebt es  Selbstwirksamkeit und durch die vielen kleinen Erfolge wird die Entwicklung von Selbstvertrauen gefördert.

Unterstütze Dein Kind dabei Dinge selbst zu tun ohne es dabei zu überfordern

2. Beziehe Dein Kind in die Tagesabläufe ein.Teile Deinem Kind mit was am nächsten Tag ansteht und wiederhole morgens erneut was heute alles auf dem Programm steht. Zum Beispiel „wir gehen jetzt in den Supermarkt  und kaufen nur für das Abendessen ein. Wir kaufen keine Kekse aber wenn du magst darfst du dir gerne einen Joghurt aussuchen.“  So kannst Du den berühmten Tobsuchtsanfall im Supermarkt vermeiden;)

Für Klarheit und Transparenz sorgen und mitteilen was als nächstes passiert.

3.  Wenn etwas nicht geht und die Antwort mal wieder „Nein“ auf die Bitte oder einen Wunsch deines Kindes lauten muss,  biete 2 realistische Alternativen an. Lasse Dein Kind selbst wählen! Nicht zu viele Möglichkeiten anbieten, da sonst Überforderung droht. WICHTIG: Egal was dein Kind aus den beiden Alternativen wählt, Du solltest es ermöglichen.

Gib Möglichkeiten vor und lasse Dein Kind entscheiden, so umgehst Du Widerstand und Trotzreaktionen. Niemand lässt sich gerne Befehle erteilen.

4. Haltung zeigen! „Wut ist in Ordnung mich treten und schlagen, nicht.“ Übe gemeinsam mit deinem Kind wie angemessen mit Wut oder anderen Gefühlen umgegangen werden kann zum Beispiel Fäuste ballen und mit dem Fuß auf den Boden stampfen. Da kann schon mal die Wut schneller verfliegen als sie gekommen ist.

Du bist Vorbild! Zeige und übe gemeinsam mit Deinem Kind wie Gefühle angemessen zum Ausdruck gebracht werden können.

5. Bedürfnisse wahrnehmen und erkennen. Dein Kind möchte im Winter eine kurze Hose anziehen, was nun wirklich gar nicht geht.  Sei neugierig, probiere zu verstehen wieso Dein Kind dass möchte.  „Wozu möchtest du das? “ Ich bin mir sicher Dein Schatz hat eine interessante Antwort parat wie zum Beispiel:  „Ich möchte heute  aussehen wie ein Fußballer.“ Lange Unterhosen drunter  und Kniestrümpfe dann steht dem Ganzen nichts mehr im Wege, vor allem keine Diskussionen.

Dein Kind hat in seiner Welt immer einen guten Grund für sein Verhalten. Frag nach „Wozu möchtest Du…..?“ und höre aufmerksam zu.

6. Bleib bewusst bei Dir und achte auf Deine Gedanken und Bewertungen! Vor allem wenn Dein Kind sich in Deinen Augen komisch benimmt und Du Dir vielleicht denkst „oh mein Gott, mein Kind ist nicht normal“ STOP! Was denkt da in Dir? Schaue und horche genau hin. Welche inneren Stimmen melden sich da? Das können Stimmen der eigenen Eltern sein und eigentlich wolltest Du doch in vielen Dingen anders sein als sie;) Frage Dich: „Ist dieser Gedanke wahr?“  Du wirst überrascht sein wie viele unserer Gedanken nicht zieldienlich sind und ausgemistet gehören. (–> automatische Gedanken und Glaubenssätze erkennen und optimieren)

Achte auf Deine Gedanken, sie werden zu Deinen Worten, Taten und schließlich zu Deiner Realität.

Bleib wachsam!

Wie schaffst Du es in herausfordernden Situationen mit Kind cool zu bleiben?

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Trotzphase: das ICH erwacht

Trotzphase: das ICH erwacht

Die Erziehung zur Selbstständigkeit

Ab dem 2. Lebensjahr erleben Eltern eine zunehmende Bereitschaft des Kindes zu Konflikten. Die „ICH“ Entwicklung findet statt. Das Kind entdeckt seinen freien Willen und erprobt seine Eigenständigkeit. Hierbei erlebt es immer wieder innere Konflikte zwischen Anpassung, an das was die Welt da draußen will und dem inneren Widerspruch dazu.

Für viele Erwachsene sind die Bestrebungen der Kleinen in dieser Zeit oft absurd und seltsam. Deshalb befürchten viele Eltern, dass durch ein zu häufiges Nachgeben die Eigenwilligkeit des Kindes wächst und für sie einen Autoritätsverlust nach sich zieht. Das Kind auf der anderen Seite, strebt nach Autonomie und Selbstständigkeit nach dem Motto „hilf mir es selbst zu tun.“

Geduld der  Eltern ist hier gefragt. Untersuchungen zeigen, dass die „Trotzreaktionen“ des Kindes umso heftiger sind, je strenger die Erziehung ist und das Kind kaum Wahlmöglichkeiten hat. Eine zu strenge Haltung wird vom Kind oft als Liebesentzug erlebt werden. Das kann dazu führen, dass das Kind sich in seinem Wesen nicht bedingungslos geliebt fühlt und lernt: „Wenn ich dies oder jenes tue werde ich geliebt, andernfalls nicht.“

5 Parenting-Hacks während der „Trotzphase“

1. Lasse Dein Kind bestimmte Dinge selbst entscheiden indem Du Wahlmöglichkeiten anbietest – nicht zu viele, sonst ist es überfordert und frustriert. Wahlmöglichkeiten geben Deinem Kind das Gefühl selbst entscheiden zu dürfen, obwohl Du die Alternativen vorgibst. „Möchtest Du diese oder lieber die andere Hosen anziehen?“. Es gibt natürlich Sachverhalte die indiskutabel sind z.B. Verhalten im Straßenverkehr.

Ermögliche akzeptable Alternativen und lass Dein Kind wählen

2. Achtung: Völlige Nachgiebigkeit  führt dazu, dass das Kind schnell lernt, „wenn ich nur lang genug nerve, brülle und trotzig bin, bekomme ich was ich will“. Einige Autoren sprechen von sogenannten Tyrannen, die durch grenzenlose Freiheiten und laissez faire Erziehung (Machen lassen was sie wollen) herangezogen werden. Gewisse Grenzen sind wichtig, sie erhöhen das Sicherheitsgefühl und geben Deinem Kind Halt und Struktur.

 Geregelte Freiheit und klare Ansagen geben Orientierung

3. Es ist wichtig, dass beide Elternteile sich einig sind, was erlaubt ist und wo es feste Grenzen gibt, andernfalls kommt es zu irritierendem Verhalten seitens des Kindes. Sprecht als Elternpaar über sich wiederholende Streitthemen und wie ihr GEMEINSAM in Zukunft reagieren und handeln wollt. Lasse Dein Kind spüren:

„Mama und Papa ziehen am gleichen Strang“

 

4. Informiere Dein Kind rechtzeitig, über die zuvor mit Deinem Partner besprochenen Regeln, damit das Kind es nicht als Willkür erlebt. Was passiert bei einem Regelbruch? An dieser Stelle ist nicht von Strafe die Rede, sondern von natürlichen Konsequenzen, die ein bestimmtes Verhalten nach sich zieht.

Welche Regeln gibt es bei uns? Was passiert, wenn ich mich nicht daran halte?

5. Begründe die Sinnhaftigkeit der aufgestellten Regel, wozu gibt es sie? Zum Beispiel: „Jeder räumt sein Geschirr in die Spülmaschine, und trägt somit einen Beitrag für das Zusammenleben in der Familie bei.“ Mama und Papa leben es vor und bestehen beide darauf. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, wenn es einem Mitglied einmal nicht so gut geht, übernimmt ausnahmsweise ein Anderer die Aufgabe. Das Kind lernt Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung kennen.
Fallen Dir selbst keine sinnvollen Argumente für den Zweck der Regel ein,  ist es sinnlos sie einzuführen. Früher oder später wird Dein Kind sie Hinterfragen und wenn es keine Sinnhaftigkeit dahinter sieht, wird es diese nicht befolgen und Machtkämpfe sind vorprogrammiert.

Sorge dafür, dass der Sinn der aufgestellten Familienregeln allen klar ist.

Mehr zum Thema  „hilfreiche Regeln installieren“ und „natürliche Konsequenzen“ findest Du im Eltern-Coaching Schritt 6 und 8.

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5 wichtigsten Regeln friedlicher Kommunikation

5 wichtigsten Regeln friedlicher Kommunikation

Die Bedeutung jeder Kommunikation liegt im Ergebnis! 

1.  Appelle wie "Räum Dein Zimmer auf!" werden oft als Befehle verstanden und führen häufig zu Widerständen. Besser sind ICH-DU-WIR-Botschaften. "Es ärgert MICH, dass es in DEINEM Zimmer so unordentlich ist. Trotzdem verstehen WIR uns gut." Und vermeide so gut es geht das Wörtchen "man", "man erwartet das von Dir" oder "man macht das so." Übernimm die Verantwortung für das was Du sagst.

Verwende ICH-Botschaften und teile Deinem Kind mit, wie bestimmte Dinge die es tut oder unterlässt, auf Dich wirken

2.  Sage spezifisch und klar was DU WILLST "Ich erwarte von Dir, dass Du Dein Zimmer aufräumst" und  nicht, was Du nicht willst, "Ich möchte so eine Unordnung hier nicht mehr sehen." Hier gilt: Weniger ist mehr. Die Mitteilung sollte mit Dir und Deiner Körpersprache stimmig sein, sodass Du innere Souveränität ausstrahlst, mit sachlichem, bestimmten und ruhigem Blick. Das Kind muss spüren:  Dieser Mensch meint was er sagt!

Neuropsychologisch gehirngerecht! Mach es Dir und Deinem Kind einfacher, indem Du klare Aussagen darüber machst was erwünscht ist - nicht was unerwünscht ist

3. Ausreden lassen.  Es klingt wie eine alte Höflichkeitsfloskel, ist aber viiiel mehr. Es ist die Grundvoraussetzung den Anderen zu verstehen und vermittelt Deinem Gegenüber positive Wertschätzung. Höre aufmerksam hin, halte Blickkontakt und falle nicht ins Wort - gilt im übrigen für jeden mit dem Du sprichst 😉

Klingt banal ist aber die Basis für effektive Kommunikation: Ausreden lassen und genau hinhören.

4. Aktiv hinhören! Dein Kind fühlt sich extrem verstanden, wenn Du die Aussage  mit eigenen Worten wiederholst, so wie Du sie verstanden hast. Diese Methode wird auch als "Spiegeln" bezeichnet und gibt Deinem Gegenüber ein intensives Gefühl von sich-Verstanden-fühlen.  Es fördert sogar das Selbstverständnis Deines Kindes. Selbst wenn das "Gespiegelte" manchmal nicht ganz dem entspricht was gemeint war, signalisiert es doch immer: "mir wurde zugehört!" oder "mein Gegenüber meint es gut mit mir!" und Dein Kind hat die Möglichkeit seine Botschaft richtig zu stellen.

Aktives Hinhören oder Spiegeln hilft Deinem Kind dabei sich selbst besser zu erfahren und vermeidet Missverständnisse

5. Wenn Du Kritik äußerst spreche bitte immer das zu ändernde Verhalten an und niemals die Persönlichkeit. Dies kann zu negativen Glaubenssätzen des Kindes über sich selbst führen und verstärkt das unerwünschte Verhalten, im Sinne einer sich selbst erfüllenden Aussage. Bitte vermeide: "Du bist so unordentlich". Niemand ist im ganzen Wesen dies oder jenes, sondern verhält sich in bestimmten Situationen oder Phasen so.  Du könntest stattdessen sagen: "Mir gefällt es nicht, dass dein Zimmer so unordentlich aussieht, darf ich dir beim Ordnung machen helfen oder kannst Du das schon allein?". Damit implizierst Du was Du willst, nämlich, dass Dein Kind sein Zimmer aufräumt und gibst Wahlmöglichkeiten ob es Hilfe benötigt oder nicht - damit bekommt dein Kind das Gefühl von Selbstbestimmung.

Nicht die Person kritisieren sondern das Verhalten in bestimmten Situationen benennen und gemeinsam Alternativverhalten finden und üben

Um diese Kommunikations-Regeln zu befolgen ist oft viel Selbstbeobachtung notwendig. Leider sagen wir nur zu oft ganz automatisiert Dinge und wundern uns wenn wir nicht das Gewünschte Ergebnis erhalten.

Bleib wachsam und fange an, wenn Du es nicht schon tust, gehirngerecht zu kommunizieren!

Ich freue mich über Deine Rückmeldung.  Wie hilfreich sind die Tipps welche Tipps hast Du aus der Praxis für die Praxis?

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